EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Rheydt Hauptbahnhof von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 12. August 1852 eröffnete die Aachen-Düsseldorfer Eisenbahn- Gesellschaft ihre 3,83 Kilometer lange Verbindung zwischen Rheydt (Bz. Düsseldorf) nach Mönchengladbach (damals München Gladbach) in Betrieb. Die 43,97 Kilometer lange Strecke zwischen Herzogenrath und Rheydt wurde am 12. November 1852 eröffnet.

Das Empfangsgebäude Rheydt

Das Stationsgebäude in Seitenlage hatte einen giebelständigen, zweistöckigen Gebäudeteil, der von jeweils einem einstöckigen, traufenständigen Anbau mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) flankiert wurde. Die fünf Fensterachsen des Gebäudes besaßen Rundbogenfenster und Türen, davon waren drei im Mittelrisalit verbaut worden. Das Erdgeschoss konnte über Treppen erreicht werden. Hier befanden sich das Vestibül, zwei Wartesäle für die 1. sowie 2. und die 3. und 4. Wagenklasse. Außerdem gab es ein Buffet, eine Fahrkartenausgabe, eine Gepäckexpedition sowie ein Dienstraum für den Stationsvorsteher. Im Obergeschoss waren Dienstwohnungen entstanden. Im Dachgeschoss befand sich ein Wasserhochbehälter. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1866 wurde die Aachen-Düsseldorfer Eisenbahn-Gesellschaft von der Bergisch- Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) übernommen. Am 15. November 1877 ging die 23 Kilometer lange Strecke der Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) zwischen Rheydt und Krefeld in Betrieb. Am 15. Februar 1879 eröffnete die BME ihre 21,24 Kilometer lange Strecke zwischen Rheydt und der Reichsgrenze bei Dalheim. Dafür wurde möglicherweise auch das Stationsgebäude ausgebaut. Die einstöckigen Anbauten wurden beidseitig verlängert und durch Vorbauten an der Ortsseite erweitert. Am 1. April 1899 wurde die Strecke nach Ehrenfeld heute (Köln-Ehrenfeld) eröffnet. Dafür wurde der südliche Bahnhofskopf verändert und ein neuer Bahnsteig errichtet. Ab 1905 begannen die Arbeiten für einen neuen Güterbahnhof sowie einem Bahnbetriebswerk. Es entstanden zwei Stellwerksgebäude in den Bahnhofsköpfen. Um 1907 wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet, wobei die Gleise hochgelegt wurden. Das alte Stationsgebäude wurde als Mietshaus weiter genutzt. Das zweite Empfangsgebäude Das zweistöckige Stationsgebäude in Seitenlage von 1907 mit Mansardenwalmdach im Stil der Prämoderne mit Einflüssen des Jugendstils wurde an dem hochgelegten Bahndamm errichtet. Es war ein klar gegliedertes Bauwerk. Der repräsentative hohe Hallengiebel mit überdachtem Eingang war unübersehbar. Links befanden sich die Wartesäle und die Bahnhofsgaststätte, rechts die Fahrkartenschalter und Gepäckabfertigung. Das Gebäude besaß rechteckige Sprossenfenster. Zur Entlastung der Empfangshalle entstand eine besondere Ausgangshalle. Die Toiletten befanden sich auf dem Bahnsteig 2/3. Im Obergeschoss und in den Mansardendächern wurden 24 Zimmer für Wohnungen der Bahnbediensteten und dem Bahnhofswirt gebaut. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Zwischen 1909 und 1910 wurde der Streckenabschnitt Rheydt - München-Gladbach (heute Mönchengladbach) auf drei Streckengleise erweitert, die Strecken Rheydt - Dahlheim und Odenkirchen - Köln zweigleisig ausgebaut. Nur die Strecke nach Odenkirchen blieb eingleisig. Der Bahnhof wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombenabwürfe zerstört. Vom Stationsgebäude waren nur noch die Grundmauern erhalten geblieben. Ein provisorischer Zweckbau wurde nach dem Krieg für die Abfertigungsaufgaben errichtet. 1951 begann die Deutsche Bundesbahn (DB) mit dem Neubau eines Stationsgebäudes. Das dritte Empfangsgebäude Am 6. Dezember 1956 wurde das neue Stationsgebäude anstelle des Alten errichtet. Die ungewöhnliche Form erhielt der Bahnhof durch den Kinosaal im Obergeschoß, der später in drei Säle aufgeteilt wurde. Das Kino besaß einen eigenen, verglasten Eingangsbau. Der unscheinbare Zugang zum Stationsgebäude lag auf der linken Gebäudeseite und führte in eine eineinhalbstöckige Empfangshalle mit seinen vielen Stützen. Seitlich entstand ein zweistöckiger Anbau für die Güterabfertigung sowie für Büros. Weitere Änderungen Durch die Gebietsreform 1975 kam der Stadtteil Rheydt nach Mönchengladbach. Die DB hat den Bahnhof jedoch nicht umbenannt. Damit hat Mönchengladbach als einzige Stadt in Deutschland zwei Hauptbahnhöfe. Am 29. Mai 2011 brannte das Stellwerk [Rs] von 1905 im Rangierbahnhof ab. 2016 hat die Stadt Mönchengladbach das Stationsgebäude erworben. Am 28. Oktober 2021 begannen die Abrissarbeiten am Gebäude. Ein neues Bauwerk soll gegen Ende 2023 fertiggestellt werden. Was hat sich verändert, was ist geblieben Mit Vorbereitungen zum Bau des neuen Stationsgebäudes wurde am 12. September 2021 begonnen. Es soll gegen Ende 2023 fertiggestellt werden. So soll der neue Bahnhof aussehen!

Hauptbahnhof Rheydt

Planung und Konzession
Luftaufnahme
Bilder Rheydt
Bahnhof von 1852
Bahnhof 1956
Bahnhof um 1914
Bahnhof von 1852 Bahnhof um 1914 Bahnhof 1956 Aachen - Kassel Aachen Hbf Kassel Hbf Rheydt - Köln Rheydt Hbf Köln Hbf Eiserner Rhein Rheydt Hbf Dalheim