EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Rheinkamp von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Schon 1856 gab es Planungen für eine Eisenbahnverbindung des linken Niederrheins ins Ruhrgebiet. Aber erst mit dem Bau des Hüttenwerks von Krupp in Rheinhausen wurden die Pläne konkreter. Die Hütte brauchte nicht nur Bahnanschlüsse, sondern auch Arbeiter, die aus dem landwirtschaftlich geprägten Niederrhein kamen. Eine Verbindung zum Niederrhein wurde von Preußen jedoch aufgeschoben. Erst 1903 begannen die Bauarbeiten an der Bahnlinie. Der erste Abschnitt zwischen Rheinhausen und Trompet wurde am 23. Dezember 1903 für den Personenverkehr in Betrieb genommen. Der Weiterbau nach Moers ging am 6. April 1906 für den Güterverkehr in Betrieb. Am 15. August 1904 eröffneten die Preußischen Staatseisenbahnen ihre 54,31 Kilometer lange Niederrheinstrecke als Hauptbahn und damit die Gesamtstrecke, die von Rheinhausen (heute Duisburg) nach Kleve führte. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II.

Das Empfangsgebäude Rheinkamp

Das Empfangsgebäude ging bei Streckeneröffnung 1904 in Betrieb. Der Bahnhof trug damals noch den Namen Repelen. Der rechteckige, mittlere Gebäudeteil aus Backstein war verputzt und im typischen niederrheinischen Baustil errichtet. Dieser nutzt Klinker als Schmuckelement an den Gebäudekanten, Fenstern, Türen und dem Gebäudesockel. Der zweistöckige Mittelbau hatte ein Walmdach sowie einen giebelständigen, einstöckigen nördlichen Anbau. Zur Straßenseite hin, gab es einen Balkon, der gleichzeitig den Eingang vor der Witterung schützte. Ein weiterer, einstöckiger Anbau mit flachem Satteldach begrenzte das Gebäude im Süden. Das Stationsgebäude hatte Segmenbogenfenster und Türen. Der Hausbahnsteig war nur am nördlichen Gebäudeteil überdacht. Zwischen den Gleisen 1 und 2 gab es einen Zwischenbahnsteig. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1912 eröffnete die Zechenbahn von Kamp-Lintfort nach Reepelen sowie zum Hafen Rheinpreußen. Dafür erweiterte man den Güterbahnhof in Reepelen durch zwei Gleisanschlüsse. Der Bahnhof wurde 1916 in Rheinkamp umbenannt. 1921 bis 1929 wurde die Strecke zwischen Moers und Rheinkamp zweigleisig ausgebaut. 1926 entstand ein Stellwerksbau im Südkopf des Bahnhofs. 1928 wurde am nördlichen Bahnhofskopf an einer Straße mit Schrankenbetrieb ein weiteres Stellwerk gebaut. 1973 besaß der Bahnhof einen weiterer Güterschuppen mit Rampe und Ladestraße südlich des Stationsgebäudes. Zum 29. Dezember 1989 wurde aufgrund des schlechten Oberbaus der Personenverkehr und am 28. Februar 1990 der Güterverkehr eingestellt. 1997 stellte die Deutsche Bahn AG den Personenverkehr ein und legte das Empfangsgebäude still. Der Rückbau der Gleise des Streckenabschnitts zwischen Xanten und Kleve erfolgte 2003. Das Empfangsgebäude wurde verkauft. 2019/2020 wurde die Strecke zwischen Kamp-Lintfort und Xanten für den Personenverkehr befahrbar gemacht. Dabei tauschte man die alten Schwellen gegen neue Botonschwellen aus. Was hat sich verändert, was ist geblieben 2003 war das Bahnhofsgebäude noch bewohnt und in einem passablen Zustand. Das Gebäude wird zum Verkauf angeboten. Am südlichen Anbau ist an der freien Giebelseite erkennbar, dass ein weiterer Anbau vorhanden war, der aber abgerissen wurde. Auf der Abbildung von 1920 (oben rechts) befand sich dort ein Güterschuppen. Die Gleisanlage besitzt noch Formsignale, die von den zwei Stellwerken gesteuert werden. Der Bahnhof dient zum Abstellen von Schienenfahrzeugen und Güterwagen. Im Süden des Empfangsgebäudes restauriert die Stiftung „Gesellschaft für Einrichtungen und Betriebe sozialer Arbeit mbH“ im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen Schienenfahrzeuge. Sie besitzt einen Gleisanschluss zum Bahnhof.
PANORAMA
Bahnhof um 1920
Luftaufnahme
Bilder Reepelen
Bahnhof um 1920 Planung und Konzession Duisburg - Xanten Duisburg Hbf Xanten

Bahnstation Rheinkamp