EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Neanderthal von der Gleisseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Das von der Rheinische Eisenbahn- Gesellschaft (RhE) gebaute 15,5 Kilometer Teilstück der „Wuppertaler Nordbahn“ zwischen Mettmann (heute Mettmann Stadtwald) und Düsseldorf und damit die 57,27 Kilometer lange Gesamtstrecke zwischen Düsseldorf RhE und Dortmund Süd eröffnete am 15. September 1879 den Betrieb. Sie sollte als Konkurrenzstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) die nördlichen Kohlezechen des Ruhrgebiets bedienen. Die Strecke hatte den Vorteil, dass sie keine Steilrampe wie zwischen Erkrath und Hochdahl überwinden musste und deswegen kostengünstiger war. In diesem Jahr bekam das durch den “Neanderthaler” bekannte Neanderthal seinen Bahnhof. Die rheinische Strecke verband die Stadt mit Wuppertal und Düsseldorf. Die Gleistrasse war zweigleisig.

Das Empfangsgebäude Neanderthal

Das Klinkergebäude in Seitenlage hatte einen giebelständigen, dreistöckigen Mittelbau, der westlich von einem zweistöckigen und östlich von einem einstöckigen, traufenständigen Anbau mit Halbgeschoss (letztes Geschoss ohne Dachschräge unter dem Dach) ergänzt war. Alle Gebäudeteile hatten Satteldächer. Die Stockwerke wurden optisch durch Gurtgesimse (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) mit aufwendigen Schmuckelementen aus Klinker getrennt. Alle Stockwerke besaßen Rundbogen- und zum Teil gereihte (mit einem Rahmen zusammengefasste) Rundbogenfenster mit Zierrahmen und einem Fenstersims. Das Stationsgebäude ähnelt den Typenbauten der Rodgaubahn, die im gleichen Zeitraum errichtet wurden. Allerdings sind die Dachträger sehr unterschiedlich. Neben dem Hausbahnsteig, gab es noch einen angeschütteten Mittelbahnsteig. Die Gleisanlage bestand aus den zwei Streckengleisen und einem Überholgleis. Ein Güterboden befand sich wahrscheinlich im westlichen Anbau. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Rampe (OR) besaß. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Ein Gleisanschluss führte zum nahen Kalkwerk der Firma Mannesmann AG, dass 1913 in Betrieb genommen wurde. Die Gleisanlage erweiterte die Bahngesellschaft dafür um drei Abstellgleise. Im östlichen Bahnhofskopf wurde am 29. Oktober 1913 ein Stellwerksgebäude errichtet. Das zweistöckige Gebäude war ein Einheitstyp der Preußischen Staatsbahnen. Im Erdgeschoss befanden sich die technischen Einrichtungen, im Untergeschoss die Umlenkrollen für die mechanischen Weichen und Signale. Der Fahrdienstleiter saß im Obergeschoss. Das Stellwerk wurde für die Abwicklung des umfangreichen Güterverkehrs für den Anschluss zu den Kalkwerken errichtet. Auf dem Hausbahnsteig wurde 1932 ein Stellwerksanbau in Betrieb genommen. Das Stationsgebäude und das umliegende Gelände wurde in den 1980er Jahren von dem Landschaftsgärtner Richard Bödeker gekauft und umgestaltet. Die Rheinische Post schrieb am 30. November 2017: „Er steckt Herzblut in den alten Bahnhof“ Am 1. Januar 1999 kaufte die Bahngesellschaft Kaarst-Neuss-Düsseldorf-Erkrath- Mettmann-Wuppertal mbH (Regiobahn), einer Tochter der Connex Gruppe die Bahnstrecke. Sie sanierte die Strecke und modernisierte die Technik für ihren S-Bahn- Betrieb. Der Personenverkehr führte zunächst von Mettmann-Stadtwald über Neanderthal, Düsseldorf, Neuss nach Kaarst. Die Regio-Bahn baute die umfangreichen Gleisanlagen zurück. Der Bahnhof wurde zum Haltepunkt zurückgestuft. Das Gleis am Hausbahnsteig und alle nicht notwendigen Gleise wurden zurückgebaut, wobei der Hausbahnsteig erhalten geblieben ist. Es wurden zwei Außenbahnsteige mit moderner Überdachung gebaut. Was hat sich verändert, was ist geblieben Entgegen einiger Quellenangaben im Internet ist das Stellwerk am Hausbahnsteig heute (2021) noch erhalten, jedoch aufgrund des Bewuchses nur noch am Dach und dem Schild Nf (Fahrdienstleiter) erkennbar. Auch das Stellwerk im Osten ist erhalten geblieben. Leider ist der Eigentümer des Empfangsgebäudes 2020 verstorben.
Bahnhof um 1900
Bilder Neanderthal
Luftaufnahme
Wuppertaler Nordbahn Düsseldorf-Derendorf Dortmund Hbf Planung und Konzession Dachträger

Bahnstation Neanderthal