EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Miltenberg Hbf von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bahnstation Miltenberg von 1876

Bau und Streckeneröffnung Die Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) eröffnete am 1. Oktober 1854 die Teilstrecke der „Ludwigs-West Bahn“ zwischen Lohr und Aschaffenburg. Damit wurde die durchgehende Verbindung zwischen Bamberg und Frankfurt a. Main eröffnet. Alle Städte südlich der „Ludwigs-West Bahn“ erhielten zunächst keinen Eisenbahnanschluss. Die 36,46 Kilometer lange eingleisige Hauptbahn von Aschaffenburg nach Miltenberg wurde von den Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) erst am 12. November 1876 in Betrieb genommen. Dafür wurde südlich des Mains und westlich der Altstadt ein Kopfbahnhof gebaut, der nicht mehr erweitert werden konnte.

Das Empfangsgebäude Miltenberg

Das dreigliedrige Stationsgebäude in Seitenlage von 1887 bestand aus zwei dreistöckigen Gebäudeteilen auf rechteckigen Grundriss mit flachen Walmdächern, die mit einem traufenständigen, zweistöckigen Mittelbau verbunden waren. Das Gebäude war aus rotem Sandstein gebaut worden. Der symmetrische Verbindungsbau mit Satteldach und Gaube mit Segmentbogendach besaß im Erdgeschoss eine Arkade mit drei Rundbögen an der Ortsseite, durch die die Reisenden das Gebäude betreten konnten. Ecklisene (leicht hervortretende Eckverstärkung) und Gurtgesimse (an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) sowie Dachgesimse gaben dem Gebäude seine Struktur. Das Erdgeschoss besaß Rechteckfenstern mit Konsolüberdachung an den Firsten, die Obergeschosse Rechteckfenster mit Werksteinrahmen. Weitere Bahnhochbauten waren beidseitige Freiaborte, ein Gebäude der Bahnmeisterei gegenüber dem Stationsgebäude, eine Güterabfertigung und eine Lokstation mit Lokschuppen und 28-Meter Drehscheibe. Neben dem überdachten Hausbahnsteig gab es noch zwei Zwischenbahnsteige. Die Gleisanlage bestand aus sechs Gleisen, einer Ladestraße mit mehreren Nebengleisen sowie eine Kopf- und Seitenrampe an Ende des Kopfbahnhofs. Der Hauptbahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Ausbauten oder Änderungen Am 15. April 1880 wurde das erste Teilstück nach Armorbach der Strecke nach Seckach von der K.Bay.Sts.B. eröffnet. Der Weiterbau zur badischen Grenze erfolgte erst am 20. September 1899. Am 21. Mai 1906 wurde der erste Streckenabschnitt nach Stadtprozelten und später weiter nach Wertheim in Betrieb genommen. Dafür musste eine eiserne Brücke über den Main zur neuen Bahnstation Miltenberg Nord gebaut werden, da eine Erweiterung oder Verlängerung der Bahnanlagen des Bahnhofs Miltenberg nicht möglich war. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude und die Güterabfertigung mit Güterschuppen sind in einem guten Zustand und stehen unter Denkmalschutz.
Planung und Konzession
Bahnhof um 1900
Luftaufnahme
Bilder Miltenberg Hbf
Bahnhof um 1900 PANORAMA Aschaffenburg - Miltenberg Aschaffenburg Hbf Miltenberg G leistrasse G mehr zum Thema hier 127,71